31. Mai 2010
Swissresq hat ne Schaffenskrise…
Wie ihr sicher festgestellt habt, ist hier schon lange nichts mehr geschrieben worden. Das liegt daran, dass ich eine Art Down habe. Wird sicher bald wieder.
Ne kleine Geschichte am Rande:
Da denkt man sich nix böses und will mal eben die gepackte Tasche zu Hause holen und darf erste Hilfe leisten. Was war passiert?
Motorfahrrad wollte abbiegen aber hat das entgegenkommende Auto übersehen und sie haben sich getroffen.
Erstmal angesprochen und Bodycheck. Schmerzen im rechten Unterschenkel. Dann Helm weg und Halskragen drann. Örtlicher Rettungsdienst wurde bereits aufgeboten und Polizei war auch schon da. Also versucht die Hose etwas hoch zu schieben. Ging ned zu starke Schmerzen. Also von nem Polizisten ein Messer ausgeliehen und Jeans aufgeschnitten. Wo ich Richtung Knie knomme guckt mich plötzlich der Schienbeinknochen an. Das war dann auch die Erklärung für die Schmerzen im betreffenden Bereich.
Übergabe an örtlichen RD war freundlich. Hab ihnen noch geholfen den Pat zu verladen und bin dann nach Hause meine Tasche holen.
Was man nicht alles erlebt wenn man nur mal kurz wohin will…
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Verfasst von swissresq
13. April 2010
„Sani, Sani für Security!“, tönt es aus dem Funk.
„Verstanden, Antworten.“, gebe ich zurück.
„Kommt mal runter wir brauchen eure Hilfe nach Pfeffersprayeinsatz!“
Ich geh also runter. Kollege bei mir der unbedingt den Rucksack tragen wollte. Unten folgendes Bild:
4 Security stehen um einen weiteren Kollegen rum welcher in der Mitte sitzt und vor sich hin heult.
Was war geschehen? Der betreffende Security hat draussen beim Einsatz der ein Liter Pfefferkartusche nicht auf die Windrichtung geachtet und hat die volle Ladung selbst abgekriegt.
Nach ein par Augenspülungen und Ratschlägen haben wir ihn wieder zu seinem Einsatzleiter zurück geschickt mit der Empfehlung nach Hause zu gehen und sich eine Dusche zu gönnen.
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Verfasst von swissresq
6. April 2010
Huhu liebe Leser
Ich hoffe ihr alle hattet schöne Ostern und habt alle Ostereier und Osternester gefunden.
Bei mir gibt es nicht viel neues daher ist hier nicht viel los.
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Verfasst von swissresq
30. März 2010
Folgende Meldung kam rein:
VU, Skater vs PW
Mein erster Gedanke… Autsch… als NAZ geschnappt und los gins zu dritt.
Folgendes Bild ergab bei unserem Eintreffen:
1 Jugendlicher hat es nicht um die Kurve geschafft und hatte ein Zusammentreffen mit einem parkierten Auto. Die Seitenscheibe des Autos war hin und der Helm des Skaters sah auch dementsprechend aus. Nach schonender Rettung sowie dem üblichen Massnahemn (Halskragen, Spineboard, Vakuummatratze, Zugang, Monitoring) wurde der Jugendliche in die nahe gelegene Klinik gebracht. Unser Arzt hatte sich zwischenzeitlich um einen weiteren Fall gekümmert und war somit nicht mit uns in die Klinik gekommen.
In der Klinik freundlicher Empfang und Übergabe beim Pflegepersonal (da Arzt nicht auf sein Piepser geantwortet hat). Kaum war die Übergabe beendet kam der Arzt. Anstatt ein hallo erhielten wir ein „Wieso habt ihr nicht auf mich gewartet“ an den Kopf geschleudert. Der Pfleger erklärte dem Dok dann, dass trotz mehrmaligen anrufen keine Antwort von ihm kam und wir ja auch weiter mussten daher wurde mit der Übergabe nicht mehr gewartet. Ausserdem sei der Pat ja Stabil und somit sei es nicht zwingend notwendig für die Aufnahmerituale ihn vor Ort zu haben. Dok hat dies murrend zur Kenntniss genommen und sich dann zum Patienten gewandt.
Packt den Patienten bei der Schulter, zieht ihn eine sitzende Position, reist ihm mit einer Hand den Halskragen weg und beginnt die Wirbelsäule ab zu klopfen. Wohl gemerkt es war weder Röntgen noch CT gemacht. Ein Räuspern unsererseits brachte uns einen bösen Blick ein und den Spruch: „Ich hab alles was ich brauch. Tschüss“
Ich war stock sauer. Wir hatten uns sowas von Mühe gegeben den Pat möglichst schonen aus dem Auto zu kriegen und der macht dann gleich sowas. Bin zu unserem Notarzt (welcher zum Glück unser Leitender war) und hab ihm die Geschichte erzählt. Der setzt sich ins NEF sagt zu mir komm mit und fährt zur Klinik.
Unser Leitender ist ein herzensguter Mensch. Der ist freundlich, kollegial und hat immer ein offenes Ohr für Fragen. Kann toll Sachen erklären und behält auch in hektischen Situationen stehts einen kühlen Kopf.
Er hat dann ein Arzt zu Arzt Gespräch geführt. Ich hab ihn noch nie so sauer gesehen. Der hat den Kollegen sowas von zusammen gestaucht. Das ganze natürlich nicht vor den Patienten oder anderem Klinikpersonal sondern im Büro des Stationsarztes. Also unter sechs Augen.
Der Dok hat sich dann bei mir entschuldigt. Und wir haben uns wieder ins NEF gesetzt und sind zurück auf den Festplatz gefahren.
Seit diesem Vorfall hab ich von unserem Leitenden noch eine höhere Achtung als vorher schon. Seit dem Vorfall hab ich ihn auch nie mehr so sauer erlebt. Er hat dann auch mir gegenüber zugegeben, dass er nur selten so sauer werde.
Der Patient: Hatte Glück im Unglück. Nur eine leichte Gehirnerschütterung ohne Blutungen und ein par Schürfungen sowie Prellungen. Konnte am Tag darauf die Klinik wieder verlassen.
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Verfasst von swissresq
24. März 2010
Dieser Beitrag war in der Gratis 20 Minuten zu finden:
Berauscht zu sein, kann in Zukunft in der Stadt Zürich ganz schön teuer werden. Zum dazugehörenden Kater kann auch noch eine happige Rechnung fürs Ausnüchtern hinzukommen.
Wer in der Stadt Zürich betrunken oder durch Drogen berauscht negativ auffällt, wird ab kommendem Freitag von der Stadtpolizei eingesammelt und in die Zentrale Ausnüchterungsstelle (ZAS) gebracht. Das Ausnüchtern geht dabei erstmals in der Schweiz voll zu Lasten der Patienten.
Sind die Patienten in weniger als drei Stunden wieder auf den Beinen, kostet die Ausnüchterung im alten Zellentrakt der Urania- Wache 600 Franken. Dauert es länger als drei Stunden, werden laut Angaben der Stadt Zürich 950 Franken fällig – also gleich viel wie ein Deluxe-Doppelzimmer im Hotel Dolder.
12 Zellen sind bereit
Während ihres Aufenthaltes werden die Patienten von einer privaten Firma medizinisch betreut und von einer ebenfalls privaten Sicherheitsfirma beaufsichtigt und bei Bedarf gebändigt. «Sämtliche Handlungen stehen aber unter Aufsicht der Stadtpolizei», sagte Polizeivorsteherin Esther Maurer am Dienstag vor den Medien.
Bereit stehen 12 leicht zu reinigende Zellen, die mit einer Matratze und einer Toilette ausgerüstet sind. Alle Räume sind videoüberwacht, damit allfällige Komplikationen wie etwa Atemstillstände oder Krämpfe sofort erkannt werden. «Im Notfall werden die Patienten sofort ins Spital gebracht.»
Spitäler und Prämienzahler werden entlastet
Die Stadtpolizei erwartet rund 600 Patienten pro Jahr, also rund 12 pro Wochenende. Die Station ist jeweils von Freitag um 22 Uhr bis Sonntag um 15 Uhr geöffnet und in erster Linie für Jugendliche und junge Erwachsene bestimmt, die im Ausgang über die Stränge schlagen und irgendwann sich selber oder andere gefährden.
Maurer ist überzeugt, dass die ZAS helfen wird, den Ausgang in Zürich «für alle sicherer zu machen». Mit der neuen Station sollen aber auch die Notaufnahmen entlastet werden, welche die Betrunkenen bisher betreuen mussten. «Im Spital geht das zudem zu Lasten der Prämienzahler», sagte Gesundheitsvorsteher Robert Neukomm. «Das ist nicht fair und hat für die Jugendlichen keinen Erziehungseffekt.»
Eltern sollen Sprösslinge abholen
Sind die Patienten noch minderjährig, werden die Eltern informiert und in die Ausnüchterungsstation bestellt. Nebst der Rechnung erwartet sie dort auch ein Gespräch mit Mitarbeitern des Sozialdepartementes. «So wollen wir verhindern, dass wir die Klienten wiedersehen», sagte Neukomm.
(sda)
Ich denke der Weg den die Stadt Zürich da geht ist ein guter Weg. In wie fern dies auch als profilaxe wirkt wird sich noch zeigen. Ebenfalls habe ich die Erfahrung gemacht, dass Sprösslinge welche von ihren Eltern bei uns abgeholt werden (wenn sie denn soweit ok sind) meist eher peinlich berührt sind und sich sogar entschuldigen und bzw oder sich bei uns bedanken.
In den Augen der Eltern sehe ich meistens eher Dankbarkeit bis hin zur Scham.
Ich hoffe die Leute da in der Station bringen es fertig die Kandidaten in der Zelle richtig zu überwachen. Denn schnell erbricht so ein Kandidat und wenn dieser dies im Schlaf tut wissen wir alle was passiert wenn er auf dem Rücken liegt.
Was haltet ihr von der Idee? Wäre dies vielleicht etwas, was man in andere Städte übernehmen könnte um die lokalen Notfallaufnahmen etwas zu entlasten?
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Verfasst von swissresq
16. März 2010
Dieser Einsatz liegt schon etwas länger zurück…
Wir waren mal wieder in unseren Stammnachtclub fest stationiert. So gegen halb Eins kommt der Funkspruch wir sollen doch mal zur Treppe kommen. Da ich an dem Abend Einsatzleiter aber auch Fahrer war hab ich erstmal die Kollegen los geschickt zum schauen.
Nach 3min kommt die Rückmeldung: „Bei Pat eingetroffen, Atmet aber wir bräuchten noch deine Unterstützung.“
Ich also auch dahin. Vor Ort folgendes Bild:
Jugendliche Patientin. Geschätzt knappe 15. Liegt am Ende der Treppe und saftet aus dem Hinterkopf. Leicht verwirrt, atmet selbstständig aber ausser ihrer Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer kriegt man nichts aus ihr raus. Sämtliche Vitalwerte sind ok. Puls ist an der Grenze zur Tachykardie.
Unsere Massnahmen:
Halskragen, Spinboard, 1x 500ml NaCl 0,9%, komplett Monitoring und dann ab in den RTW. Im RTW trübt sie langsam leicht weg. Ob wegen dem Alkohol oder wegen einer Gehirnerschütterung ist nicht zu unterscheiden. Gemäss Ausweis ist sie knappe 13 jahre alt. Also ab in die Kinderklinik.
Die wollten natürlich die Pat auf der Vakuummatratze belassen, bis sie eine Verletzung an der Wirbelsäule ausschliessen konnten, also musste ich ca. eine Stunde später nochmal da vorbei um unsere Matratze wieder zu holen. Glücklicherweise musste ich nicht extra fahren sondern hatte noch einen anderen Patienten welcher in das selbe Haus musste (Universitätsklinik mit angeschlossener Kinderklinik. Aber selber Notfalleingang). Die eine Schwester auf dem Notfall kam dann zu mir und meinte ob nicht ich vorhin die kleine gebracht hätte. Ich bejahte und fragte sie wie es ihr gehe.
Die Wunde am Hinterkopf wurde mit gut nem Dutzend Stichen genäht und der Blutalkoholtest ergab etwas über 3 Promille.
Wäre die Patientin nicht die Treppe runter gestürzt wäre sie nicht mal bei mir gelandet. Ich frage mich, wie man mit 13 Jahren bereits soviel saufen kann, dass man über drei Promille hin kriegt. Die Patientin hatte riesen Glück. Sie behielt ausser einer kleinen Narbe welche sie unter den Haaren verstecken kann keinerlei medizinischen Probleme zurück.
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Verfasst von swissresq
11. März 2010
Hab Rückmeldung von meinem Patienten welchen ich letztens während der Mittagspause zusammen gelesen hab.
Es gehe im gut und er hätte am Abend das Krankenhaus bereits wieder verlassen können.
Er hat sich bei mir bedankt für die Hilfe und Betreuung.
Dachte ich geb euch auch Bescheid.
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Verfasst von swissresq
7. März 2010
Auf dem Weg zur Mittagspause komm ich täglich an einer T-Kreuzung vorbei.
Wenn man von unten kommt ist da ein Stop. Links geht es ins Dorf und rechts geht es zum nächsten Dorf.
Auf alle Fälle steh ich an der T-Kreuzung zu forderst am Stop. Von rechts kommt ein Motorradfahrer und spurt korrekt links ein. Kann aber nicht nach Links abbiegen da weitere Fahrzeuge von rechts kommen. Als ich nach rechts schau kommt da plötzlich ein Auto angefahren mit den normalen 50 km/h die man innerorts fahren darf.
Mein Gedankengang: „Das wird eng“
Kaum zu ende gedacht knallt es und der Motorradfahrer wirbelt durch die Luft. Hatte also richtig gehend Kino. Pannenblinker rein, ab zum Kofferraum. Jacke, Halskragen und Pulsoxy geschnappt und zum Patienten:
Augen Offen, klare Sprache, GCS15. Bodycheck ergab nur Schmerzen im Nackenbereich ansonsten keine weiteren beschwerden. Mit einem Polizisten in Zivil habe ich dann den Helm entfernt und den Halskragen montiert. Ein weiterer Passant hat bereits über die Notfallnummer alarmiert. Puls war anfänglich bei 130 hat sich dann aber recht schnell wieder bei 80 rum eingependelt. Sättigung war stets um 95% rum also im normalen Bereich. Weiter konnte ich ausser Warmhalten und wiederholen des Bodychecks nichts machen. Kollegen vom Örtlichen RD kamen dann ca 15min später dazu. Hab den Kollegen eine Übergabe gemacht und um einen Halskragen gebeten, damit ich wieder einen im Auto hab.
Die Polizei hat sich zwischenzeitlich um das übliche gekümmert:
Absichern, Verkehr regeln, Fotos machen, Ausweise einziehen.
Natürlich wollten die auch ne Aussage von mir. Auf die Frage wo ich denn gestanden sei und was ich gesehen habe, hab ich wahrheitsgemäss geantwort. Daraufhin meinte der eine: „Also wie im Kino alles gesehen?!“
Nach Aufnahme der Aussage war es auch schon wieder 13:00h und ich konnte mich ohne Mittagspause wieder zur Arbeit begeben.
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Verfasst von swissresq
2. März 2010
Olympia ist vorbei. Unsere Sportler sind zurück und brauchten auch ein par Medaillen mit.
An dieser Stelle möchte ich allen gratulieren. Ich bin gleichwohl froh, dass der ganze Zirkus vorbei ist. Man hat in den Medien praktisch nix mehr mitgekriegt ausser Sportergebnisse. Ebenso war es unmöglich was schlaues im TV zu finden.
Dafür hat nun Max Göldi wieder einen Platz in den Medien gefunden. Dieser wurde gestern vom Sohn des Lybischen Diktators besucht. Ich fragem ich was das sollte. Und vorallem frage ich mich wieso sich unsere Regierung dem Golfstaat so beugt. Der arme Kerl sitzt nun schon fast 2 Jahre in dem Staat fest und soll noch weitere vier Monate im Gefängniss absitzen. Der Grund für seine Festnahme bzw sein Festhalten soll angeblich ein Visaverstoss sein. Was auch immer damit gemeint ist. Ich bin mir eigentlich zimlich sicher, dass dies nur eine Farce ist.
Dann war da noch der eine Patient. Meinte sein Herz würde so komisch stolpern. Er würde dies jedoch kennen und müsse sich einfach kurz 15min hinlegen dann sei das wieder in Ordnung. Er sei in medikamentöser Behandlung wegen gelegentlichen Rhytmusstörungen. Die Medis dürfe er jedoch nicht mit Alkohol mixen und da er an diesem Abend vor hatte ein zwei Bierchen zu zwitschern habe er auf die Einnahme der Medis verzichtet.
Immerhin war er Konsequent. Trotzdem finde ich es etwas riskant was der Patient da abgezogen hat, so kann ihn ja eigentlich niemand dazu zwingen seinen Körper nicht zu zerstören.
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Verfasst von swissresq